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Gesicht
Unterspritzung mit Hyaluron und Eigenfett – Volumen ersetzen, wo es fehlt
Nicht jede Falte entsteht durch Mimik. Wo Volumen verloren geht, helfen Füllsubstanzen: Hyaluronsäure für gezielte und korrigierbare Ergebnisse – oder Eigenfett für einen flächigen, lang anhaltenden Aufbau.

Die Hautalterung beginnt früher, als viele denken: Ab etwa dem 25. Lebensjahr lässt die Spannkraft nach, ab etwa 30 wird es sichtbar. Dabei gibt es zwei Arten von Falten. Dynamische Falten entstehen durch Muskelbewegung – sie werden mit einer Faltenbehandlung behandelt, die die Muskeln entspannt. Statische Falten und eingesunkene Partien entstehen durch Volumenverlust – hier helfen Füllsubstanzen.
Hyaluronsäure
Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der Wasser bindet und der Haut Fülle gibt. Für die Unterspritzung wird sie biotechnologisch hergestellt und unterschiedlich stark vernetzt:
- dünnflüssige Gele für feine Linien in den oberen Hautschichten
- festere Gele für tiefe Falten und den Aufbau von Volumen, etwa an Wangen oder Kinn
- besonders weiche Gele für die Lippen
Ein Vorteil: Hyaluronsäure lässt sich mit einem Enzym wieder auflösen, falls ein Ergebnis korrigiert werden muss. Allergische Reaktionen sind sehr selten. Je nach Produkt und Region hält die Wirkung etwa 4 bis 12 Monate; dünnflüssige Gele werden schneller abgebaut als feste.
Typische Einsatzbereiche sind Nasolabial- und Marionettenfalten, Tränenrinne und Augenringe, Lippen und Lippenkontur sowie der Volumenaufbau an Wangen, Schläfen und Kinn.
Eigenfett (Lipofilling)
Beim Lipofilling wird körpereigenes Fett verwendet, etwa aus Bauch oder Oberschenkeln. Es wird mit einer feinen Kanüle schonend entnommen, gereinigt und in kleinen Portionen fächerförmig unter die Haut eingebracht. So lassen sich eingesunkene Partien flächig auffüllen: Hohlwangen, Jochbögen, tiefe Falten, Augenringe, hängende Mundwinkel oder unruhige Konturen am Kinn.
Eigenfett ist körpereigen und wird gut vertragen. Allerdings wächst nicht das gesamte Fett an: Ein Teil wird in den ersten Wochen abgebaut, der verbleibende Anteil bleibt in der Regel dauerhaft. Manchmal ist deshalb eine zweite Sitzung sinnvoll. Weil Fett entnommen und eingebracht wird, ist Lipofilling ein kleiner operativer Eingriff mit einigen Tagen Erholung.
Welche Substanz für wen?
| Hyaluronsäure | Eigenfett | |
|---|---|---|
| Geeignet für | gezielte Falten, Lippen, kleinere Volumendefizite | flächiger Volumenaufbau, grössere eingesunkene Bereiche |
| Haltbarkeit | etwa 4–12 Monate, je nach Produkt | ein Teil wird abgebaut, der Rest bleibt in der Regel dauerhaft |
| Korrigierbar | ja, durch Auflösen mit einem Enzym | nur eingeschränkt |
| Aufwand | Injektion, etwa 15 Minuten | kleiner Eingriff mit Fettentnahme |
| Ausfallzeit | meist keine | einige Tage bis etwa zwei Wochen |
Von Substanzen, die sich nicht abbauen oder nicht entfernen lassen – etwa freiem Silikon oder Mischpräparaten mit Partikeln –, rate ich ab. Spätreaktionen lassen sich dann oft nur chirurgisch behandeln.
Ablauf: Vorbereitung, Eingriff, Nachsorge
Am Anfang steht die Frage, ob Mimik oder Volumenverlust die Ursache ist. Danach richtet sich, welche Substanz infrage kommt. Den Ort der Behandlung legen wir im Beratungsgespräch fest.
- 01vor der BehandlungVorgespräch
Analyse, wo Volumen fehlt; Klärung von Vorgeschichte, Medikamenten und Gegenanzeigen; Aufklärung.
- 02BehandlungstagBehandlung
Hyaluron: Injektion in etwa 15 Minuten. Eigenfett: Entnahme und Einbringen in örtlicher Betäubung oder Dämmerschlaf, ambulant.
- 03Tage bis zwei WochenNachsorge
Kühlen, nicht massieren, kurzzeitig kein Sport, keine Sauna, keine intensive Sonne.
- Hyaluron Betäubungscreme oder örtliche Betäubung, Injektion mit feiner Nadel oder stumpfer Kanüle.
- Eigenfett Fett wird schonend entnommen, gereinigt und in kleinen Portionen eingebracht.
- Danach Kühlen; bei Hyaluron sind Sie meist sofort alltagstauglich, bei Eigenfett planen Sie einige Tage Schonung ein.
- Erste Tageleichte Schwellungen, Rötungen oder kleine Blutergüsse sind normal; behandelte Stellen nicht massieren
- Nach wenigen Tagenbei Hyaluron klingen Schwellungen meist ab
- Bis zu 2 Wochennach Eigenfett dauert die Schwellung länger
- Erste Wochenein Teil des Eigenfetts wird abgebaut; ob eine zweite Sitzung sinnvoll ist, zeigt sich danach
- Monat 4–12Hyaluron wird je nach Produkt und Region abgebaut; eine erneute Behandlung ist möglich
Melden Sie sich sofort, wenn nach der Behandlung ungewöhnliche Beschwerden auftreten. Eine Einspritzung in ein Gefäss ist sehr selten, muss aber sofort behandelt werden.
Risiken und Gegenanzeigen
Möglich sind Blutergüsse, Schwellungen, kleine Knötchen oder Unregelmässigkeiten und – sehr selten – Entzündungen oder eine Einspritzung in ein Gefäss, die sofort behandelt werden muss. Deshalb gehört die Unterspritzung in erfahrene Hände mit genauer Anatomiekenntnis. Nicht behandelt wird unter anderem bei akuten Entzündungen im Behandlungsgebiet, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei bestimmten Autoimmunerkrankungen oder unter manchen Medikamenten – das klären wir im Vorgespräch.
Häufige Fragen
Sehe ich danach „aufgespritzt“ aus?
Nicht bei massvoller Behandlung. Ziel ist, verlorenes Volumen zu ersetzen – nicht, das Gesicht zu verändern. Lieber in zwei Schritten behandeln als zu viel auf einmal.
Kann man Hyaluron mit einer Faltenbehandlung kombinieren?
Ja, das ist häufig sinnvoll: Die Faltenbehandlung entspannt die Mimik, Hyaluron füllt, was durch Volumenverlust entstanden ist.
Wann ist Eigenfett die bessere Wahl?
Wenn grössere Bereiche flächig aufgefüllt werden sollen und Sie ein lang anhaltendes Ergebnis mit körpereigenem Material wünschen. Für Lippen und feine Korrekturen ist Hyaluron meist besser geeignet.
Übernimmt die Krankenkasse eine Unterspritzung?
Aus ästhetischen Gründen in der Regel nicht. Nach dem Vorgespräch erhalten Sie einen individuellen Kostenvoranschlag.