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Körper
Fettabsaugung – Konturen formen, nicht abnehmen
Manche Fettpolster bleiben trotz Sport und bewusster Ernährung. Die Fettabsaugung (Liposuktion) entfernt sie gezielt und gewebeschonend – zur Verbesserung der Körperkontur, nicht zur Gewichtsreduktion.

Fettpolster an Hüften oder Gesäss, an Oberarmen oder Oberschenkeln: Wenn sich die Proportionen verändert haben, liegt das oft an Fettdepots, die auf Sport und Ernährung kaum reagieren. Hier kann eine Fettabsaugung helfen.
Typische Zonen
Bei Frauen sind es häufig die sogenannten Reiterhosen – Fettpolster an Oberschenkeln, Hüften und Knieinnenseiten bei eher zierlichem Oberkörper. Männer stören sich oft an Fettansammlungen an Hüften oder Brust. Weitere häufige Zonen sind Bauch, Flanken, Oberarme, Kinn und Hals.
Ich sauge nur so viel Fett ab, wie für eine harmonische Silhouette nötig ist – etwa für einen fliessenden Übergang von den Oberschenkeln zur Hüfte oder von der Hüfte zum Bauch.
Für wen die Fettabsaugung gedacht ist
Die Fettabsaugung formt; sie ist keine Methode zum Abnehmen. Sie eignet sich für umschriebene Fettpolster, die trotz Ernährung und Sport bleiben, auch bei normalem Gewicht. Das Fett zwischen den Organen im Bauchraum lässt sich nicht absaugen – bei starkem Übergewicht steht deshalb zuerst die Gewichtsreduktion.
Die besten Ergebnisse entstehen bei stabilem Gewicht und guter Hautelastizität.
Mein Vorgehen
Ich führe die Fettabsaugung in Vollnarkose in Kombination mit Tumeszenz-Lokalanästhesie durch. Vor der Absaugung wird eine Lösung aus Kochsalzlösung, einem örtlichen Betäubungsmittel und einem gefässverengenden Zusatz in das Fettgewebe eingebracht. Sie lockert das Gewebe auf, vermindert Blutungen und reduziert die Schmerzen nach dem Eingriff; nach dem Einbringen braucht sie eine gewisse Einwirkzeit. Mit den Besonderheiten dieser Technik habe ich mich auch wissenschaftlich beschäftigt, unter anderem in einem Kongressbeitrag zur Fettabsaugung in Tumeszenztechnik und Lokalanästhesie (2001).
Feine Absaugkanülen und Vibrationsverfahren schonen das Gewebe. Die Kanülen werden über wenige, sehr kleine Schnitte eingeführt; sichtbare Narben sind kaum zu erwarten.
Wie viel auf einmal?
Pro Sitzung wird nur eine begrenzte Menge abgesaugt. Sind grössere Mengen nötig, ist es sicherer, sie auf zwei Eingriffe im Abstand einiger Wochen zu verteilen. Eine Liposuktion bis zu 6 Litern wird überwiegend ambulant durchgeführt.
Gegenanzeigen
In der Schwangerschaft wird nicht operiert. Bei Gefässerkrankungen, früheren Thrombosen oder schweren Allgemeinerkrankungen entscheiden wir im Einzelfall.
Geht es um ein Lipödem, unterscheiden sich Diagnose, Vorgehen und Kostenfrage deutlich – dazu gibt es eine eigene Seite: Lipödem.
Ablauf: Vorbereitung, Eingriff, Nachsorge
Entscheidend ist eine sorgfältige Planung der Zonen. So läuft der Eingriff typischerweise ab; den Ort des Eingriffs legen wir im Beratungsgespräch fest.
- 01einige Wochen vorherVorbereitung
Zonen festlegen, Fettverteilung und Hautelastizität beurteilen, Voruntersuchungen und Aufklärung mit Bedenkzeit.
- 02OP-TagEingriff
Vollnarkose mit Tumeszenz-Lokalanästhesie; Absaugung über kleine Zugänge mit Vibrationstechnik.
- 03Wochen bis MonateNachsorge
Kompressionswäsche, Kontrollen, gegebenenfalls Lymphdrainage.
Vorbereitung
- Etwa zwei Wochen vorher keine blutverdünnenden Schmerzmittel – nur nach ärztlicher Rücksprache.
- Nikotin, Alkohol, Schlafmittel und Solarium möglichst meiden.
- Blutbild und Gerinnung; bei Vorerkrankungen eine internistische Abklärung.
- Die Kompressionswäsche wird vorab angepasst, damit sie direkt nach dem Eingriff bereitliegt.
- Begleitperson für den Heimweg und einige Tage Schonung einplanen.
Der OP-Tag
- Anzeichnen im Stehen Die Behandlungszonen werden markiert.
- Narkose und Tumeszenz Die Lösung wird eingebracht und wirkt ein.
- Absaugung Über wenige kleine Zugänge mit feinen Kanülen und Vibrationstechnik.
- Kompression Direkt danach wird die Kompressionswäsche angelegt.
- Heimweg Der Eingriff erfolgt oft ambulant.
Heilung im Überblick
- Tag 1–3muskelkaterähnliches Gefühl und Schwellung; Tumeszenzlösung kann aus den Zugängen austreten
- Woche 1Kompression Tag und Nacht; leichte Bewegung fördert die Heilung
- Woche 2–4die Schwellung geht zurück; Bürotätigkeit meist wieder möglich
- Woche 4–6Kompression nach Absprache reduzieren; Sport schrittweise
- Monat 3–6die Haut hat sich angelegt – die neue Kontur ist sichtbar
Schwellungen und Blutergüsse sind in den ersten Tagen normal. Leichte Restschwellungen können drei bis fünf Monate anhalten; das endgültige Ergebnis zeigt sich nach einigen Monaten. Saugfähige Unterlagen für die ersten Nächte, viel Trinken und leichte Bewegung helfen in der ersten Zeit.
Melden Sie sich sofort bei starken Schmerzen, Fieber, Atemnot, einem einseitig geschwollenen Bein oder einer Rötung um einen Zugang.
Risiken
Mögliche Risiken sind unter anderem Blutergüsse, Serome (Flüssigkeitsansammlungen), Infektionen, Gefühlsstörungen, Unebenheiten der Hautoberfläche und Asymmetrien. Bei grösseren Absaugmengen steigen die Anforderungen an Überwachung und Nachsorge. Im Aufklärungsgespräch gehen wir alles in Ruhe durch.
Häufige Fragen
Kommen die Fettpolster wieder?
Abgesaugte Fettzellen bilden sich nicht neu. Bei deutlicher Gewichtszunahme können die verbliebenen Fettzellen aber an Volumen zunehmen. Ein stabiles Gewicht ist der beste Schutz für das Ergebnis.
Strafft sich die Haut nach der Absaugung?
Bei guter Elastizität zieht sich die Haut meist gut zurück. Bei erschlaffter Haut kann eine zusätzliche Straffung sinnvoll sein – mehr dazu unter Körperformung.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Bei Bürotätigkeit oft nach wenigen Tagen, abhängig von Umfang und Zone. Körperlich anstrengende Arbeit besprechen wir individuell.
Wann kann ich wieder Sport treiben?
Leichter Sport ist oft nach etwa drei Wochen möglich – abhängig von Umfang und Heilung.
Gibt es Alternativen ohne Operation?
Angeboten werden Kälte-, Ultraschall-, Laser- oder Radiofrequenzverfahren und Injektionen. Ihre Wirkung ist meist deutlich geringer und weniger berechenbar als die einer Fettabsaugung – das sage ich Ihnen ehrlich.
Übernimmt die Krankenkasse eine Fettabsaugung?
Eine Fettabsaugung aus ästhetischen Gründen wird in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Nach der Beratung erhalten Sie einen individuellen Kostenvoranschlag.